Arbeitsweise des Projekts

Die Standardsituation im Projekt lässt sich wie folgt umschreiben:
Bevor die Künstler*innen mit Handicap am Montag Nachmittag eintreffen, finden sich die studentischen Projektmitglieder zu einer Theoriesitzung ein, tauschen Erfahrungen aus, sprechen Termine und Aktionen ab und stellen die am selben Tag benötigten Arbeitsmittel bereit. Wenn die Künstler*innen dann hinzukommen, können sie die bereitgestellten Materialien nutzen, sich ihre eigenen Arbeitsmittel suchen oder ganz andere anfragen. 

Die Atmosphäre im Projekt wechselt ständig und lässt Raum für ganz verschiedene Geschehen: Manchmal ist Musik zu hören, Gespräche über die verschiedensten Dinge finden statt - teils laut, teils leise. Das Gestalten wird begleitet von Fragen, von Kommentaren, von ernsten oder fröhlichen Diskussionen. Manchmal kommt es zu improvisierten Inszenierungen. Es wird gelacht, geweint, gespielt, geflirtet oder auch musiziert - alles Mögliche kann ausprobiert werden. Und immer wieder bricht kreative Stille aus, manchmal sogar mitten im Gewusel. Aufmerksam und dennoch gleichsam nebenbei bieten die Studierenden ihre Assistenz an, wenn Unterstützung gewünscht wird oder deutlich sichtbar notwendig ist.

Diese anregende, besondere Atmosphäre ist seit 25 Jahren der Rahmen für die Künstler*innen, in dem mittlerweile mehrere tausend Werke entstanden sind.

Die meisten Projektteilnehmer*innen halten sich im Atelier auf, nutzen die unterschiedlichsten Malgründe und verschiedenste Farben, aber auch Draht, Holz, Stoff oder Zweige und Blätter für ihre Gestaltungen. Es wird gedruckt, mit Ton modelliert, Mosaik geklebt  oder collagiert.

In einem Nebenraum werden mit Hilfe von Computern Bilder und Kollagen hergestellt oder eingescannte Bilder bearbeitet. Auch hier unterstützen die Studierenden die Künstler*innen mit Hilfe der Methode der "leicht zurückweisbaren Angebote", die im Projekt entwickelt und zum seinem besonderen "Markenzeichen" geworden ist. Grundlage dieser Methode ist, den Künstler*innen Angebote für die Realisierung ihrer Bildidee zu machen, die jedoch jederzeit leicht zurückgewiesen werden können. Somit wird der kreative Prozess unterstützt, aber möglichst nicht beeinflusst.

Darüber hinaus übernehmen die studentischen Projektmitglieder eine Vielzahl von Aufgaben im Projekt:
Sie organisieren Projektfeste, Ausstellungen und inklusive Aktionen z. B. an den Hochschultagen. Sie engagieren sich in der Öffentlichkeitsarbeit, erstellen Informationsmaterial und kümmern sich um Social Sponsering. Und sie halten Kontakt zu den Angehörigen oder Betreuern der Künstler*innen, falls nötig.

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